Frei, Party, Donauinselfest 2019-23.Juni

Am Sonntag, den 23. Juni 2019, endete eines der größten Freiluft-Festivals Europas. Trotz Regen bis in den späten Nachmittag gab es keine Scheu der Fans vor der Bühne zu verharren und ihre Lieblingsbands zu sehen. Publikumslieblinge wie Alvaro Soler, Mind Control und Felix Jaehn zogen die Massen auf die Wiener Donauinsel zum feiern.

Den Tag eröffneten Colours of Monochrome um 16 Uhr, auf der FM4 Bühne bei leichtem Regen, was keinen der Fans davon abhielt beim vorderstem Wavebreaker zu stehen und mit zu tanzen. Die Band geht bald auf Tour und veröffentlicht ihre erste Single. Trotz der geringen Zuschaueranzahl spielten sie begeistert ihr Programm, verbreiteten gute Laune und arbeiteten mit dem Publikum. Schreie für eine Zugabe gab es auch, leider hat man ihnen diese nicht vergönnt. Colours of Monochrome sind ein Newcomer den man sich unbedingt anhören sollte, wenn man alternativen Rock mag.
Weiter ging es auf der FM4 Bühne mit Shivering Fit und einer interessanten Bandzusammenstellung. Der Schlagzeuger ist Sänger der Band und der Saxofonist ist auch am Keyboard zu sehen. Ihre Genre ist schwer zu beschreiben, sie zeichnen sich vor allem durch ihre individuellen Songs aus, einer geht mehr in die rockige Richtung der andere klingt eher nach Jazz, was besonders gut durch das Saxofon zur Geltung gebracht wird. Ihre Musik ist für jeden etwas der keine Lust mehr auf musikalisches Schubladendenken hat.

Mittlerweile fanden sich bedeutend mehr Menschen im Bühnenbereich ein und warteten auf den nächsten Act, Lijon feat. Clint. Dieser wurde mit schönem Wetter und einem kühlen Bier in der Hand begrüßt. Die Musik lud zu einer angenehmen, stressfreien Atmosphäre ein, die jeder für sich genießen konnte.

Da es langsam Abend wurde entdeckten auch zunehmend mehr Leute den Indian Foodtruck für sich, welcher über das Areal duftete. Mit diversen Currysorten, Samosas und Mango-Lassi versorgte er einen weitreichenden Teil des Publikums. Mind Control brachten die Menge wieder zum beben, eine bekannte Stoner Rock Band, die beim Publikum sehr beliebt war. Man bemerkte sofort die eingefleischten Fans in den ersten Reihen, die fast jedes Lied kannten, begeistert mitsangen und mit klatschten. Die Band baute einen tollen Draht zum Publikum auf, den man sofort spürte.

An Verpflegung scheiterte es am Donauinselfest keines Falls, auch nicht am Weg zur Ö3 Bühne, wo bald der berühmte DJ Felix Jaehn auftrat, der 2016 schon einmal am Donauinselfest spielte. Er ist seit mehreren Jahren Musikalisch aktiv und hat sich weltweit eine große Fanbase aufgebaut. Eröffnete wurde mit Luftschlangen und Konfetti, der Platz war gesteckt voll, die Menge ging ab und sang begeistert mit. Zusätzlich kamen auch Flammenwerfer und Rauchkanonen zum Einsatz. Als kleine Besonderheit spielte er unveröffentlichte Tracks und holte Toby Romeo auf die Bühne. Trotz seines Erfolgs ist er sehr nahe an seinen Fans dran, nach seinem Auftritt gab es High Fives, Selfies und Umarmungen für die erste Reihe.

Alvaro Solar war der nächste Publikumsliebling am Programm. Mit einer großen,

instrumental fantastisch aufgebauten, Band eroberte er die Bühne. Die Menge ging sofort mit und jubelte ihm zu. Die Stimmung war nicht zu toppen, selbst Leute die etwas weiter weg, bei Getränke- oder Essensständen, anstanden riss er mit. Auch er ist ein Wiederholungstäter, der vor zwei Jahren schon einmal hier auftrat. Auf der Bühne waren diverse Rhythmusinstrumente, wie z.B. Bongos und Becken zu sehen, weiteres gab es Gitarren, eine Trompete und Saxofon, Violine, Xylofon, Ukulele und einiges mehr. Die großartige Stimmung wurde mit Luftschlangen gefeiert und aufblasbare Bälle flogen über die Köpfe des Publikums.

Nach einem aufgeladenem Tag machten Revolverheld den Abschluss für das diesjährige Donauinselfest. Sie starteten mit vier Trommlern auf der Bühne, Backgroundmusik und Lichtershow. Der Platz war immer noch Rand voll, auch nach den ersten paar Liedern strömten nach wie vor Menschen in den vordersten Zuschauerbereich. Ihre Garderobe war auffällig und machte sich gut auf der Bühne. Alles in allem waren sie ein würdiger letzter Act der mit einem Knall das Festival beendete.

Das Donauinselfest ist jedes Jahr aufs Neue ein tolles Erlebnis. Es ist im Goßen und Ganzem gut durchorganisiert; nirgends fehlt es an Sanitäranlagen, Verpflegung oder Mistkübeln, für Festivalverhältnisse ist es sehr sauber. Nur das Verlassen des Geländes war wie jedes Jahr ein Krampf. Jeder drängt zu den U-bahnstationen, öffentliches nach Hause kommen ist nur für Leute eine Option die entweder den letzten Act auslassen oder sehr viel Zeit haben. Nach 36 Jahren an Erfahrung, die viele Verbesserungen gebracht haben, bleibt das Verlassen der Insel nach wie vor ein Problem.

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