Spektakulär und charismatisch – P!NK in Wien

Am Mittwoch, den 24. Juli 2019, war es endlich so weit, der US-amerikanische Popstar P!NK beehrte das Wiener Ernst-Happel-Stadion im Rahmen ihrer „Beautiful Trauma Tour“ mit einer bombastischen Show. Als Support waren DJ KIDCUTUP, Singer-Songwriter VANCE JOY und das Trio BANG BANG ROMEO mit.

Schon ab dem Einlass um 17.00 Uhr sorgt der DJ KIDCUTUP mit einer bunten Mischung aus internationalen Tanz- und Rockhymnen für Unterhaltung zwischen der beiden Support Acts und dem Hauptact. Den Anfang macht das britische Trio BANG BANG ROMEO. Mit der unglaublichen Stimme von Leadsängerin Anastasia Walker haben sie das noch spärlich gefüllte Ernst-Happel-Stadion schnell auf ihrer Seite. Dieses lässt sich beim The White Stripes Cover „Seven Nation Army“ natürlich sofort mitreißen. Ihre eigenen Songs wie „Shame on you“ und „Chemical“ werden vom Publikum genauso positiv aufgenommen wie das 4 Non Blondes Cover „What’s Up?“.

Nach einem Zwischenauftritt von DJ KIDCUTUP geht es mit dem australischen Singer-Songwriter VANCE JOY weiter. Für das aufgeheizte Popstar-Publikum sind seine Werke „Georgia“ oder „Riptide“, wobei man letzteres zumindest aus dem Radio kennt, etwas zu ruhig. Selbst Coverversionen von Bruce Springsteens „Dancing in the Dark“ oder Lionel Richies „All Night Long (All Night)“ können das mitteilungsbedürftige und überwiegende weibliche Publikum im Stehplatz-Bereich nicht mitreißen. DJ KIDCUTUP schafft dies hingegen doch, vor allem mit der österreichischen Falco-Hymne „Der Kommissar“.

Gegen 21.00 Uhr wird es dunkel auf der Bühne und still im Stadion, während sich die Sonne langsam dem Horizont nähert. Nach einem schiefen Flötengedudel des 20th Century Fox Filmintros schwingt sich Alecia Beth Moore, besser bekannt als P!NK auf einem überdimensionalem pinken Kristall-Luster affenartig hin und her und eröffnet ihren Konzertabend mit der Partyhymne einer Generation „Get the party started“. Während die Show im ersten Drittel sich mit Feuerwerken und Pyrotechnik sowie Konfettikanonen überschlägt, schnauft der Popstar gut hörbar ins Mikrophon. Fans wissen natürlich, dass dies der Hitze zuzuschreiben ist, da trotz Sonnenuntergang die Temperaturen unverändert an der 30 Grad Marke kratzen und der Popstar in ihren hochgeschlossenen hautengen Outfits unweigerlich schwitzen muss. Auf der Setlist jagt ein Hit den nächsten – von „Just Like A Pill“ über „Who Knew“ zu „Funhose“, das mit einem Coverteil von No Doubt’s „Just a Girl“ angereichert wird über „Try“ landet man unweigerlich beim Duett „Just Give Me a Reason“, wobei der Part von Nate Ruess vom Band kommt. Dem Publikum ist es egal, liefert der Popstar doch mit Feuerwerk und Konfettiregen eine beeindruckende Show ab. Der Popstar nimmt sich zweimal Zeit ihre Crew vorzustellen, einmal ihre Band und einmal ihre zehnköpfige Tanzcrew.

Die berühmten Outfitwechsel, die zum Teil nur aus dem Überwurf eines Mantels bestehen, werden mit Videos überspielt, die das Publikum ebenfalls zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Auf der Bühne bewegt sich während der Songs viel. Von toll choreografierten Gruppentänzen über beeindruckende Einzelperformances und Akrobatik-Einlagen, an denen auch der Popstar selbst teilnimmt. Schade ist nur, dass sie nach diesen Einlagen das Gesicht verzieht mit dem Blick „Puh! Wie hab ich das grad überlebt.“ Aber das macht P!NK so charismatisch. Ebenso das Geständnis, dass sie nicht textsicher ist, wird vom Publikum mit Jubelstürmen angenommen. Der Star nimmt sich Zeit immer wieder mit seinem Publikum in Interaktion zu treten, so signiert sie ein fantastisches Portrait eines Fans, nimmt Pralinen an und scherzt, dass sie diese nicht mit ihrer Tochter Willow teilt, schließlich habe sie ihr schon Leben geschenkt. Der Höhepunkt der Show ist dann bei „So What“, bei dem sich der Star in einem grünen Glitzerjumpsuit an Seile anschnallen lässt und in Peter Pan Manier durch das Stadion fliegt. In Jeans und weißen Basic-Shirt endet die Show nach gut 100 Minuten mit „Glitter in the Air“ und der Star verabschiedet sich kurz und schmerzlos mit ihrer Tochter Willow im Arm.

Bis zum nächsten Mal – mit einer noch spektakuläreren Show à la Cirque du Soleil.

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